Assistentin der Geschäftsführung
Ennigerloh/Berlin, 14. Oktober 2026 – Mit der heutigen Vorstellung der Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“ liegt erstmals eine aktuelle und umfassende Datengrundlage vor, die das Ausmaß und die Folgen von Batteriebränden in der deutschen Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft sichtbar macht. Für die Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. (ASA) ist die Untersuchung ein wichtiger Meilenstein und zugleich ein deutlicher Handlungsauftrag an Politik, Hersteller, Handel und Rücknahmesysteme.
Die von den Verbänden der Entsorgungswirtschaft gemeinsam beauftragte Studie dokumentiert die zunehmende Belastung der Branche durch Brand- und Hotspot-Ereignisse, die wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen sowie die Auswirkungen auf Betriebsabläufe und Versicherbarkeit. Aus Sicht der ASA schaffen die Ergebnisse erstmals eine belastbare Grundlage, um den Handlungsbedarf faktenbasiert zu bewerten und wirksame Maßnahmen abzuleiten.
Die Ergebnisse erscheinen unmittelbar nach dem Abschluss des Runden Tisches „Maßnahmen gegen Brandereignisse in der Abfallentsorgung“ im Bundesumweltministerium. Die ASA begrüßt, dass das Thema dort die notwendige politische Aufmerksamkeit erhalten hat. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass der Handlungsdruck weiter wächst und die im Dialogprozess identifizierten Maßnahmen nun zügig und nachhaltig umgesetzt werden müssen.
Lithium-Ionen-Batterien und batteriehaltige Geräte, die über falsche Entsorgungswege in Restabfall-, Verpackungs- oder Papierströme gelangen, stellen nach wie vor eine der größten Brandursachen in der Entsorgungswirtschaft dar. Die Unternehmen investieren bereits erhebliche Summen in Detektions- und Löschtechnik, baulichen Brandschutz sowie die Qualifizierung ihrer Beschäftigten. Diese Maßnahmen können Risiken begrenzen, die Ursache der Brandereignisse jedoch nicht beseitigen.
Katrin Büscher, Geschäftsführender Vorstand der ASA, erklärt:
„Eine Lithiumbatterie passt in eine Handfläche. Die Schäden, die sie nach einem Fehlwurf verursachen kann, füllen dagegen schnell eine ganze Halle.“
„Die Ergebnisse des Runden Tisches liegen vor, jetzt muss gehandelt werden. Batteriebrände gefährden Beschäftigte, zerstören Anlagen und verursachen enorme wirtschaftliche Schäden. Die Entsorgungswirtschaft investiert bereits massiv in Detektions- und Löschtechnik, bauliche Schutzmaßnahmen und die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden. Diese Investitionen spiegeln das hohe Verantwortungsbewusstsein wider, mit dem Unternehmen und Beschäftigte täglich für Sicherheit in den Anlagen sorgen. Doch technische Nachrüstung allein kann die Ursachen des Problems nicht beseitigen. Nun sind Politik und Hersteller gefordert. Mehr Brandschutz, höhere Prämien - das System gerät aus dem Gleichgewicht. Unsere Unternehmen investieren Millionen in Brandschutz. Der Versicherungsschutz wird trotzdem schwieriger. Neben einer besseren Rücknahme und Erfassung von Batterien braucht es einen verlässlichen Rechtsrahmen, der Verantwortung, Risiken und Kosten fair entlang der gesamten Wertschöpfungskette verteilt. Wer Produkte mit diesen Risiken in Verkehr bringt, muss auch Verantwortung für die Folgekosten übernehmen, die durch deren unsachgemäße Entsorgung entstehen. Auch darf es nicht dazu kommen, dass Unternehmen, die täglich für eine sichere und umweltgerechte Entsorgung sorgen, am Ende allein die wirtschaftlichen Folgen von Fehlwürfen tragen.“
Für die ASA unterstreichen die Ergebnisse der Studie die zentrale Botschaft des Runden Tisches: Technischer Brandschutz allein wird das Problem nicht lösen. Entscheidend ist, dass Fehlwürfe von Batterien und batteriehaltigen Geräten deutlich reduziert werden. Dafür braucht es funktionierende Rücknahmesysteme, eine stärkere Herstellerverantwortung, wirksame Anreize für die getrennte Erfassung sowie einen verlässlichen politischen Rahmen.
Die ASA sieht die nun vorliegenden Daten als wichtigen Impuls für die weitere politische Diskussion. Aus den Erkenntnissen der Studie und den Ergebnissen des Runden Tisches müssen nun konkrete Maßnahmen entstehen, die dauerhaft wirken und dazu beitragen, die Zahl der Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft nachhaltig zu reduzieren.
Die Studie „Brandereignisse in der Entsorgungswirtschaft“ sowie die Kernaussagen der Studie und zusammenfassende Schlussfolgerungen der Verbände stehen auf den Homepages der beteiligten Verbände zum Download zur Verfügung.
Veröffentlicht am: 14. Oktober 2026
Relevante Themen:
Brandschutz